Folgend werden wir die Gründe unseres Erkenntnisinteresses darlegen und versuchen uns der Frage nach unseren persönlichen Bezügen zu nähern.
Die Frage ‚Was hat das Thema mit uns zu tun?‘ impliziert für uns also auch die Auseinandersetzung mit der eigenen sozialen Positionierung und den Möglichkeiten einer kritischen Selbstver_Ortung zum Thema.
Erst einmal ist die Beantwortung dieser Fragen Teil eines noch nicht abgeschlossenen Prozesses. Dieser Prozess bestand_besteht aus individuellen Reflexionen und dem Sich-als-Person-in-Bezug-zum-Thema-setzen, aus Gruppengesprächen und den Erkenntnissen, die wir im Austausch miteinander erlangt haben. Wir sind uns bewusst, dass wir mit der Fokussierung auf das Thema „Verkürzungen vornehmen und Prozesse – punktuell zumindest – zu einem Stillstand bringen“ (AG Einleitung 2011: 17). Still stehend reflektieren wir und es entstanden_entstehen Handlungsimpulse, die den Prozess wieder öffnen und vorantreiben.
Unsere Intervention richtet sich nicht nur auf koloniale Straßennamen, sondern ebenso auf unsere eigene Dekolonialisation. Mit dem Versuch unserer Ver_Ortung wollen wir zum einen uns selbst reflektieren und zum anderen darstellen, von welcher Position wir diese Fragen stellen und versuchen sie für uns zu beantworten. Unsere Verortungen und Positionierungen sollen somit verdeutlichen, „dass der Ort, von dem aus intellektuell interveniert wird, in direktem Zusammenhang mit der Subjektposition steht“ (Castro Varela/Dhawan 2003: 280). Die folgenden Versuche unserer Selbstver_Ortung stellen prozesshafte Reflexionen unserer sozialen Positionierungen dar. Diese münden im allerbesten Fall in der Umsetzung von contra_rassistischen Handlungsimpulsen (vgl. Tudor 2011: 66).

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