Erster Weltkrieg / Dominanzkultur / weiß / Unterstrich / Positionierung / Abya Yala

Erster Weltkrieg

Wir datieren den Beginn des Ersten Weltkrieges weit vor 1914. Der Begriff des ‚Ersten Weltkrieges‘ und der eurozentristisch definierte Beginn verschleiert nämlich die Kriege, die vor 1914 außerhalb von Europa stattfanden, so z. B. der kriegerische Widerstand der Hehe (1888), der Chagga (1891), der Herero und Nama (1904) oder der Maji-Maji-Aufstand (1905).

Dominanzkultur

Dominanzkultur oder Dominanzdeutsch stellt für uns eine sinnvolle Alternative zu „Mehrheitsgesellschaft“ dar, da die hegemoniale Position im Zentrum steht und nicht die teilweise inkorrekte Vorstellung einer Mehrheit/Minderheit (vgl. Goel 2013, Rommelspacher 1995)

weiß

Die Begriffe Schwarz und weiß sind in diesem Kontext groß bzw. klein und kursiv geschrieben, weil sie soziale/politische Kategorien bezeichnen, in die Menschen gefasst werden. Der Begriff Schwarz ist eine Selbstbezeichnung in Abgrenzung zu rassistischen Begriffen. Die Großschreibung von Schwarz soll die „Bedeutungsebene des Schwarzen Widerstandspotentials, das von Schwarzen und People of Color dieser Kategorie eingeschrieben worden ist“ (Eggers/ u. a. 2009: 13) markieren.

Unterstrich _

Den Unterstrich verwenden wir in Ablehnung der Vorstellung, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Außerdem finden wir nicht, dass das generische maskulinum („männliche“ Wortendung) unviersell ist und alle Menschen miteinschließt. In einigen Wörtern benutzen wir den Unterstrich um konventionalisierte Wahrnehmungen herauszufordern. (http://feministisch-sprachhandeln.org/leitfaden/kapitel4/)

Position/Positionierung

Soziale Positionierungen sind „über interdependente Diskriminierungen oder Privilegierungen hergestellte, lediglich situativ, kontextuell und historisierend feststellbare kollektive Ausgangspunkte, aus denen heraus politische Kämpfe geführt werden“ (AK Feministische Sprachpraxis 2011, S. 185)

Abya Yala

Abya Yala ist eine der verbreitesten indigenen Bezeichnungen des amerikanischen Kontinents. Lange vor der Besetzung durch europäische Kolonisator_innen wurde dem amerikanischen Kontinent durch die Bevölkerungsgruppe der Kuna, welche vor allem in Panama und Kolumbien leben, dieser Name verliehen. Er bedeutet so viel wie „Land in voller Reife“ oder „lebendiges Land“ und bricht mit der eurozentrischen Definitionsmacht. Nach der argentinischen Soziologin Norma Giarraca( https://twitter.com/NormaGiarracca), gehören die Bezeichnungen „Amerika“ oder „Neue Welt“ den Kolonisator_innen, und täuschen darüber hinweg, dass diese Welt eben nicht unbenannt oder gar neu sein. Auch der Leiter der Aymara, Takir Mamani, plediert für die Anerkennung dieses Namens und ruft indigene Gruppen und Vereine dazu auf, die Bezeichnung Abya Yala zu verwenden denn: „Placing foreign names on our cities, towns and continents, is equal to subjecting our identity to the will of our invaders and to that of their heirs.“(http://abyayala.nativeweb.org/about.html)

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